2. Mitteilung „Information an die Clubmitglieder“

 der

CORDIAL Ferienclub Aktiengesellschaft

und der

CORDIAL Hotelbetriebsgesellschaft m.b.H

 

  1. Nach den vorliegenden Informationen bestehen folgende Arten von (Timesharing-) Verträgen mit Clubmitgliedern der CORDIAL Ferienclub Aktiengesellschaft und der CORDIAL Hotelbetriebsgesellschaft m.b.H.:

Beherbergungsvertrag

CORDIAL Punktekorb-Vertrag

CORDIAL Card-Vertrag

Sowohl die CORDIAL Ferienclub Aktiengesellschaft als auch die CORDIAL Hotelbetriebsgesellschaft m.b.H. planen eine Sanierung des jeweiligen Unternehmens und haben ihren Gläubigern schon im Antrag auf Eröffnung des Sanierungsverfahrens einen Sanierungsplan mit einer Quote von 20 % unterbreitet. Die betriebswirtschaftliche Prüfung der beiden Unternehmen hat gezeigt, dass als Restrukturierungsmaßnahme für die angestrebte Sanierung die Beendigung der Clubmitgliedschaften unumgänglich ist.

  1. Der Insolvenzverwalter tritt daher von allen mit Clubmitgliedern bestehenden Verträgen, und zwar unabhängig davon, wie diese bezeichnet sind, gemäß § 21 IO zurück bzw. ist bereits zurückgetreten.

Dies hat zur Folge, dass allfällige den Clubmitgliedern in den jeweiligen Verträgen eingeräumte (bisher noch nicht ausgeübte) Beherbergungsrechte rückwirkend ab 01.11.2017 nicht mehr ausgeübt werden können.

  1. Sofern eine noch offene Reservierung besteht, wird dem betreffenden Clubmitglied aber die Möglichkeit eingeräumt, diese Reservierung dadurch aufrechtzuerhalten, dass das Clubmitglied das reservierte Hotelzimmer – ohne Rückgriff auf den aufgelösten Vertrag, sondern als Hotelgast – belegt. Clubmitglieder, die ihre Reservierung auf diese Weise bestätigen wollen, werden ersucht, sich möglichst kurzfristig mit dem betreffenden Hotel in Verbindung zu setzen. Dieses wird dann bekannt geben, zu welchem Preis die Reservierung bestätigt werden kann und damit die Belegung des reservierten Zimmers im betreffenden Zeitraum auch weiterhin möglich ist.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine rasche Bestätigung der Reservierung in diesem Sinne nötig ist, da die betreffenden Zimmer entsprechend der Nachfrage für andere Reservierungen wieder vergeben werden.

  1. Die (vormaligen) Clubmitglieder können den ihnen durch den Rücktritt entstandenen Schaden oder allfällige sonstige Forderungen aus dem Vertragsverhältnis in dem jeweils betreffenden Sanierungsverfahren als Insolvenzforderung anmelden. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass die österreichische Insolvenzordnung vom Insolvenzgläubiger verlangt, dass er seine Ansprüche beim Insolvenzgericht (es ist dies das Landesgericht Linz) schriftlich geltend macht. Anmeldungen beim Insolvenzverwalter ersetzen nicht diese Anmeldung und haben rechtlich daher auch keine Wirkung.

Da voraussichtlich mehr als 6.500 Gläubiger von der Insolvenz betroffen sein werden, stößt die sonst übliche Form der Forderungsanmeldung auf erhebliche logistische Schwierigkeiten. Die Insolvenzverwaltung entwickelt daher aktuell gemeinsam mit den Gläubigerschutzverbänden (AKV EUROPA – Alpenländischer Kreditorenverband/Kreditschutzverband von 1870/Creditreform – Österreichischer Verband Creditreform) und dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) ein Verfahren, die Insolvenzforderungen der Gläubiger einfach sowie zeit- und kostensparend auf elektronischem Weg anzumelden. An diesem Verfahren können neben den genannten Gläubigerschutzverbänden und dem VKI auch alle Rechtsanwälte teilnehmen.

Die Insolvenzverwaltung wird die näheren Details für die Anmeldung auf der gegenständlichen Website veröffentlichen, sobald die Arbeiten abgeschlossen sind, wofür noch um etwas Geduld gebeten wird. Vor diesem Hintergrund bittet die Insolvenzverwaltung auch um Verständnis dafür, dass Einzelanfragen aufgrund der Menge der Betroffenen nicht beantwortet werden können.

Linz, am 09.11.2017